[2002-06-02,Sbg, MANFRED HEININGER,LOKALES ]
Eine Gruppe Jugendlicher hat mit einem Projekt zum Schutz gegen Muren in Eben im Pongau nicht nur für die Schule, sondern vor allem fürs Leben gelernt. Für ein Leben in und mit der Natur. Fast ein ganzes Jahr haben sich die Maturanten mit der Problematik der Wildbach- und Lawinenverbauung befasst, und was sie am meisten faszinierte: "Es war kein fiktives Projekt, sondern ein praxisnahes, interessantes Thema!"
Die Idee für das ungewöhnliche Ausbildungsthema hatte Michael Sramek, Professor an der Camillo-Sitte-HTL in Wien. Er fühlt sich durch eine frühere Ausbildung in Altenmarkt und durch Urlaubsaufenthalte stark mit dem Pongau verbunden. Nachdem 1999 Vermurungen nach Unwettern schwere Schäden im Pöttlergraben in Eben angerichtet haben, stand für ihn fest: "Dort lasse ich die Schüler meines Maturajahrgangs als Abschlussarbeit ein Projekt zur Wildbach- und Lawinenverbauung planen."
Schon im vergangenen September gings los. Drei Tage lang haben zwei Mädchen und 14 Burschen den Wildbach vermessen. Marcella Fenz (19) erinnert sich: "Es war recht anstrengend, aber es hat sich ausgezahlt. Wir haben viel dabei gelernt."
Eine Begeisterung, die ihr Mitschüler Markus Grünwald (20) im Gespräch mit der "Salzburg Krone" teilt: "Es war ein äußerst interessantes, neues Thema für uns." Und was Schüler andernorts manchmal vermissen: "Nicht die Theorie ist bei unseren Besuchen in Eben im Vordergrund gestanden. Wir haben gesehen, wies in Wirklichkeit ausschaut." Dass zur Vermeidung von Muren Hangsicherungen, Drainagen, Sperrenbauwerke notwendig sind, oder wie die Forststraße mit zwei Brücken in Stahl-Holz-Bauweise über den Graben geführt wird. Grünwald: "Bis 2005 könnte das Projekt vielleicht umgesetzt werden."
Professor Sramek jedenfalls ist voll des Lobes für seine Schützlinge: "Die Klasse hat sich sehr gut geschlagen!" Und Diplomingenieur Helmuth Skolaut, der Leiter der Pongauer Wildbach- und Lawinenverbauung schließt sich als Experte seiner Meinung an: "Die Schüler haben diese schwierige Materie sehr gut bewältigt. Sie haben das Know-how von der Pieke auf aufbereiten müssen. So wurden sie in der Schulausbildung auf die Probleme des Alpenraumes herangeführt."
© 2002-06-02 by "NEUE KRONEN ZEITUNG"
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